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Unterschiedliche Passformen beliebter Kindermarken in Österreich und Deutschland

Caroline Schober

April 1, 2025

Kinder wachsen schnell – und genauso schnell sammeln sich im Kleiderschrank Hosen, Shirts und Jacken an, die leider doch nicht passen wollten. Eine häufige Ursache für Fehlkäufe: Jede Marke schneidert ein wenig anders.

Was bei H&M perfekt passt, kann bei Zara schon viel zu eng sein​.Französische und spanische Marken fallen oft kleiner aus, während deutsche oder skandinavische Hersteller großzügiger schneiden​Für Eltern (insbesondere Mütter) von Kindern im Alter von 0–10 Jahren in Österreich und Deutschland lohnt es sich also, die Passform-Eigenheiten gängiger Kindermarken zu kennen. Im Folgenden stellen wir sechs beliebte Labels vor – Jacadi, H&M, C&A, Zara, Le Petit Bateau und Ralph Lauren – und gehen darauf ein, ob sie eher klein oder groß ausfallen, ob die Kleidung schmal oder weit geschnitten ist und welchen Kindern (zierlich, kräftig, lange Beine etc.) sie am besten passen. Außerdem geben wir praktische Tipps für die richtige Größenauswahl und weisen auf Herausforderungen beim Online-Kauf von Kinderkleidung hin.

H&M – Größere Größen und bequeme Schnitte

H&M (Schweden) ist für seine eher großzügigen Größen bekannt. Generell fällt H&M-Kinderkleidung größer aus als der Durchschnitt​. Das bedeutet z.B., dass ein Baby, das normalerweise Größe 68 trägt, manchmal sogar noch in einen Body der Größe 62 von H&M passt​. Viele Eltern berichten, dass H&M insbesondere bei Babykleidung “reichlich” ausfällt​.

Der Schnitt bei H&M ist bequem und eher weiter gehalten. Hosen und Oberteile haben oft etwas mehr Breite, was kräftigeren oder größeren Kindern zugutekommt. Tatsächlich sind H&M-Hosen häufig lang und eher weit, während Oberteile meist normal geschnitten sind​.

Für schmale, zierliche Kinder können manche H&M-Teile daher etwas locker sitzen – zum Glück bietet H&M oft verstellbare Taillenbünde (z.B. Gummizug mit Knöpfen innen), um Hosen auch bei schlanken Kids passend zu machen. Insgesamt eignet sich H&M hervorragend für Kinder, die etwas größer oder kräftiger sind, da die Passform leger ist. Aber auch zarte Kinder können H&M tragen: viele Basics (etwa Bodys im Multipack) fallen normal aus und passen der erwarteten Größe entsprechend​

Tipp: Bei H&M lohnen sich Doppelgrößen (z.B. 98/104, 110/116). Beachten Sie, dass sich Doppelgrößen immer an der größeren der beiden Größen orientierenEin Pulli in 98/104 entspricht also eher einer 104 und fällt zunächst großzügig aus, kann aber länger getragen werden. Eltern von Babys bestellen bei H&M meist in der aktuellen Größe oder sogar eine Nummer kleiner, weil die Kleidung so großzügig geschnitten ist – ein 68er Strampler passt oft noch einem Baby, das schon 74 trägt

Für welche Kinder? H&M-Kleidung passt normal gebauten bis kräftigen Kindern sehr gut. Wenn Ihr Kind etwas pummeliger oder größer für sein Alter ist, sind Sie bei H&M richtig, da die Schnitte viel Bewegungsfreiheit bieten. Schmale Kinder profitieren von den Verstellmöglichkeiten, müssen aber ggf. bei weit geschnittenen Modellen einen Gürtel oder Trick (z.B. eine kleine Falte im Bund) nutzen. Dank der größeren Längen ist H&M auch gut für Kinder mit langen Beinen geeignet – Hochwasserhosen sind hier selten ein Problem.

C&A – Fällt eher klein und schmal aus

C&A (Deutschland/Niederlande) zählt zu den traditionell beliebten Kindermarken im deutschsprachigen Raum. Überraschenderweise fällt C&A-Kinderkleidung oft eine Nummer kleiner aus​.Insbesondere bei Babys und Kleinkindern berichten Eltern: „C&A fällt sehr eng und knapp aus“​. Ein Kind, das sonst Größe 68 trägt, benötigt bei C&A möglicherweise bereits 74 – vor allem, wenn es etwas pummeliger ist​Die Schnitte bei C&A sind tendenziell schmaler. Viele Teile – gerade Bodys, Shirts oder schmal geschnittene Hosen – liegen enger an. Eltern von großen Babys mit Speckfältchen stellen häufig fest, dass C&A-Babybodys spannen oder Hosen am Bäuchlein kneifen​.

Hier heißt es: Lieber eine Größe größer kaufen, damit nichts zwickt​.

Bei schlanken Kindern hingegen passt die angegebene Größe oft gut, da die schmale Schnittführung an schmalen Schultern und Hüften anliegt.Ein weiteres Merkmal: C&A-Konfektionsgrößen folgen zwar dem üblichen EU-System (in cm), doch die Kleidung selbst ist oft kürzer und enger gefertigt als vergleichbare Teile anderer Marken. Beispielsweise kann ein C&A-Shirt in Größe 116 nach dem ersten Waschen so klein wirken wie ein 110er-Shirt von anderen Herstellern. Auch Stoffe laufen unter Umständen stärker ein, was die Knappheit verstärkt – darauf deuten zumindest manche Elternberichte hin​.

Für welche Kinder? C&A-Kleidung ist ideal für zierliche bis normal gebaute Kinder, die keine allzu langen Gliedmaßen haben. Schmale Kinder finden hier oft Hosen, die ohne Anpassung sitzen, und Oberteile, die nicht vom Schulterchen rutschen. Wenn Ihr Kind jedoch kräftiger ist oder einen relativ langen Oberkörper hat, kann C&A schnell zu klein werden – in diesem Fall besser direkt eine oder zwei Nummern größer wählen. Lange Beine könnten bei C&A-Hosen zum Problem werden, da diese ohnehin kurz ausfallen; gegebenenfalls greifen Eltern langer Kinder eher zu anderen Marken oder kombinieren bei C&A eine größere Größe und nehmen leichte Weite in Kauf.

Zara – Trendig, aber oft schmal geschnitten

Zara Kids (Spanien) bietet modische Kindermode, fällt aber im Vergleich zu H&M deutlich kleiner aus. Zara schneidert tendenziell schlank und etwas kürzer. Ein Baby, das bei H&M Größe 68 trägt, braucht bei Zara wahrscheinlich 74, damit es bequem passt​

Die angegebene Größe sitzt bei Zara eher eng anliegend​– insbesondere schmal geschnittene Hosen, Leggings und Oberteile fallen knapp aus. Viele Eltern berichten, dass Zara-Babykleidung an speckigen Babyärmchen oder Bäuchlein schnell zu eng wird und sie daher konsequent größer kaufen​ Interessanterweise gibt es zur Zara-Passform auch unterschiedliche Erfahrungen: Einige Mamas finden, Zara-Teile seien breit aber kurz geschnitten​. Das heißt, die Kleidung hat genug Weite, jedoch weniger Länge. Ein Pullover könnte also zwar locker um die Taille sitzen, aber die Ärmel sind kürzer als erwartet. Andere Eltern wiederum empfinden Zara-Schnitte als „lang und schmal“, ideal für schlaksige Kinder​.

Wie passt das zusammen? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der Produktvielfalt: Zara bietet sowohl sehr figurnahe Teile (z.B. Skinny-Jeans, taillierte Shirts) als auch Boxy-Schnitte (weite Sweater, Oversize-Look) an. Generell kann man aber sagen: Spanische Größen fallen eher klein aus​, und Zara macht hier keine Ausnahme – im Zweifel eine Nummer größer nehmen.

Für welche Kinder? Zara-Kleidung eignet sich gut für zierliche und modebewusste Kinder, die von den schmalen Schnitten profitieren. Hat Ihr Kind lange Beine und Arme, sollten Sie bei Zara aufpassen: Manche Hosen und Ärmel sind etwas kürzer, sodass großgewachsene Kids schnell herauswachsen. Sehr schlanke, große Kinder finden jedoch in Zara’s Kollektion auch Modelle mit schmaler Weite und ausreichender Länge, die wie maßgeschneidert sitzen (hier lohnt es sich, verschiene Schnitte auszuprobieren). Wenn Ihr Kind kräftiger gebaut ist oder einen runden Babybauch hat, greifen Sie lieber zu einer größeren Größe, damit nichts einschnürt – oder orientieren sich an anderen Marken mit weiterem Schnitt.

Tipp: Zara verwendet oft Altersangaben auf den Etiketten (z.B. „2-3 Jahre“ oder „3-4T“). Diese Altersangaben können irreführend sein – verlassen Sie sich besser auf die Körpergröße in cm, die in Klammern angegeben ist, oder auf Erfahrungswerte. Zudem besitzt Zara einen Etikettencode, der Hinweise auf den Schnitt gibt (ein Dreieck, Quadrat oder Kreis symbolisiert schmal, normal, weit geschnittene Modelle)​– ein echter Geheimtipp, um online die richtige Passform zu erwischen.

Jacadi – Französische Eleganz mit schmaler Passform

Jacadi Paris (Frankreich) steht für hochwertige, elegante Kindermode – und folgt dem französischen Ruf, eher klein und schmal auszufallen. Eltern stellen oft fest: Jacadi schneidert wie fast alle französischen Hersteller schmaler und kürzer. Eine 12-Monate-Größe von Jacadi kann realistisch einem 9 Monate alten Baby passen​. Konkret heißt das: Wer nur nach der Monatsangabe auf dem Etikett kauft, könnte enttäuscht werden – lieber eine Nummer größer einplanen, damit das Outfit passt. So entspricht z.B. Größe 74 (12 Monate) bei Jacadi eher einer deutschen 68/74, während ein 12 Monate altes Durchschnittsbaby meist schon Größe 80 in Deutschland trägt.​

Die Schnitte bei Jacadi sind sehr fein und figurbetont – schließlich sollen die edlen Kleider, Mäntel und Hosen eine klassische Silhouette ergeben. Für schmale Kinder ist Jacadi daher oft perfekt: Die Kleidung sitzt schön anliegend und wirkt nicht sackig. Zarter Körperbau kommt in Jacadi-Mode gut zur Geltung. Hat ein Kind hingegen etwas Babyspeck oder einen kräftigeren Oberkörper, können Jacadi-Oberteile (z.B. schicke Blusen, Pullis) schnell spannen. Jacadi schneidet insgesamt schmaler als H&M oder deutsche Marken, was bedeutet, dass auch Bein- und Armlängen tendenziell kürzer sind. Ein Kind mit langen Beinen wird eventuell feststellen, dass eine Jacadi-Hose in der passenden Weite zu kurz ausfällt.

Zudem verwendet Jacadi – wie viele französische Marken – französische Größenangaben in Monaten (Mois) und Jahren (Ans). Beispielsweise steht 12M für 12 mois (Monate), 3A für 3 ans (Jahre)​. Diese Angaben können für österreichische und deutsche Eltern verwirrend sein, da sie nicht exakt den in Europa üblichen Zentimetergrößen entsprechen. Es empfiehlt sich, in der Jacadi-Größentabelle nachzusehen oder sich an den Körpergrößen zu orientieren, die Jacadi angibt. Oft listet Jacadi neben der französischen Größe auch die entsprechende Körpergröße in cm – das erleichtert die Auswahl.

Für welche Kinder? Jacadi ist wunderbar für zierliche, eher kleinere Kinder geeignet, bei denen andere Marken womöglich schlabbern. Schmale Schultern, schlanke Taille – solche Proportionen werden von Jacadi-Kleidern und -Hosen optimal umspielt. Auch für durchschnittliche Kinder kann Jacadi passen, solange man eine Nummer größer kauft. Nicht ideal ist Jacadi für sehr kräftige oder großgewachsene Kinder: Breite Hüften oder Bäuchlein finden wenig Spielraum in der schmalen Passform, und lange Gliedmaßen stoßen schnell an die Längenbegrenzung. Wenn Ihr Kind also überdurchschnittlich groß ist, sollten Sie mindestens eine, wenn nicht zwei Größen über dem Alter wählen oder eher zu Marken mit weiterem Schnitt greifen.

Le Petit Bateau – Hochwertige Basics, eher klein und kurz geschnitten

Le Petit Bateau (Frankreich) ist berühmt für seine langlebigen Basics – vom Babybody bis zum Ringelshirt. Doch auch hier gilt: Französische Konfektion, tendenziell knapp bemessen​.

Petit Bateau fällt meist eine Nummer kleiner aus als deutsche Marken. Gerade in Grenzfällen (zwischen zwei Größen) sollte man eher zur größeren Größe greifen​.

Viele Eltern bestätigen: Petit Bateau schneidet schmal und kurz​. So passen z.B. Petit Bateau Bodys einem wirklich schmalen Baby genau richtig, während breitere Babys schnell herauswachsen. Eine Kundin berichtet im Forum: “Petit Bateau fällt schmal und kurz aus. Meinen sehr dünnen Kindern mit langen Beinen passen Bodys, Hosen und Strumpfhosen super, aber alle Oberteile sind zu kurz.”​. Das zeigt, dass vor allem die Länge (von Oberteilen, Ärmeln) begrenzt ist – Kinder mit längerem Oberkörper oder langen Armen müssen häufig größer kaufen, damit nichts bauchfrei wird.

Positiv hervorzuheben ist die Qualität: Petit Bateau Kleidung ist hochwertig und oft etwas elastisch, was die Passform verbessert. Die Stücke sind robust und halten häufig mehrere Kinder aus, wenn die Größe stimmt. Allerdings sollte man die Kleidung nicht zu knapp kaufen, selbst wenn das Kind sehr schlank ist, denn ein Wachstumsschub macht sonst schnell einen Strampler oder Schlafanzug unbrauchbar. Petit Bateau selbst empfiehlt, eher etwas auf Zuwachs zu kaufen, damit das Kind hineinwachsen kann​.

Auch Petit Bateau nutzt das französische Größensystem in Monaten und Jahren. Beispielsweise entspricht 6M etwa Größe 68, 12M etwa 74/80, 24M etwa 86 usw.​. Bei den größeren Kindern (ab 2 Jahre, also 2A = 2 ans) sind die Größen oft in Jahren angegeben (3A, 4A, 6A, ...). Hier ist zu beachten, dass die Kleidung eher der unteren Altersangabe passt – ein 3A-Pullover kann an einem gerade Dreijährigen genau sitzen, während ein fast vierjähriges Kind womöglich schon die 4A braucht. Im Zweifel also lieber eine Zwischengröße überspringen und die nächste nehmen.

Für welche Kinder? Petit Bateau ist ideal für dünne Kinder und Babys, die in der Breite zierlich sind. Die Kleidung schmiegt sich schön an und verrutscht nicht. Sehr schlanke Kinder mit normaler Körperlänge sehen in Petit Bateau oft besonders gut aus (die französischen Schnitte wirken elegant und “passgenau” an ihnen). Hat ein Kind aber lange Beine oder ist insgesamt groß für sein Alter, muss man bei Petit Bateau aufpassen: Hosen und Ärmel könnten zu kurz geraten​. Kräftigere Babys/Kleinkinder stoßen bei Petit Bateau schnell an Grenzen – hier ist das Tragegefühl eventuell eingeschränkt, weil die Sachen enger anliegen. In solchen Fällen sollte man wirklich 1-2 Größen größer wählen oder auf bequemere Marken ausweichen.

Ralph Lauren – US-Größen, meist größengerecht und bequem

Polo Ralph Lauren (USA) bietet auch für Kinder die ikonische Preppy-Mode. In puncto Größen und Passformen gibt es ein paar Besonderheiten: Ralph Lauren Kids fällt insgesamt recht größengetreu aus – weder deutlich zu klein noch unverhältnismäßig groß, sondern meistens „passgenau“​. Viele Eltern, die Ralph Lauren Baby- oder Kinderkleidung nutzen, berichten, dass sie mit der üblichen Größe ihres Kindes gut fahren und die Sachen genau passen​. Das heißt: Ein Kind, das Größe 110 trägt, passt in der Regel auch in RL-Größe 5 (die etwa 109–116 cm abdeckt)​.

Allerdings verwendet Ralph Lauren häufig das US-Größensystem mit „T“-Angaben für Kleinkinder: z.B. 2T, 3T, 4T (Toddler-Größen), dann Größen 5, 6, 6X/7, 8, 10 usw. in den größeren Kinderjahren​. Auf europäischen Labels sind oft sowohl die Altersangabe (in Jahren) als auch die entsprechende Körpergröße in cm angegeben – daran sollte man sich orientieren. So entspricht z.B. 3T ungefähr 94–100 cm (ca. 3 Jahre)​, 4T etwa 102–108 cm. Für österreichische/deutsche Eltern bedeutet das manchmal ein Umdenken, da wir hier sonst direkt mit Zentimetergrößen arbeiten.

Die Passform von Ralph Lauren ist klassisch-weit im „Classic Fit“ und mitunter sportlich bequem gehalten. Typisch amerikanisch haben viele Stücke etwas mehr Bewegungsfreiheit eingeplant​. Das merkt man z.B. an Polo-Shirts oder Kleidern: „Classic-Fit ist immer leger geschnitten“, betont Ralph Lauren in seinen Größentabellen, wohingegen es auch schmalere Schnitte („Slim“ oder „Custom Fit“) bei einzelnen Modellen gibt. In der Praxis heißt das: Ein klassisches Ralph Lauren Polohemd für Kinder sitzt eher locker (vergleichbar mit einem regulären T-Shirt, nur etwas länger geschnitten), während ein Slim-Fit-Poloshirt enger anliegt. Die meisten Standardartikel (T-Shirts, Pullover, Hosen) haben aber einen normalen bis etwas großzügigen Schnitt, passend für die angegebenen Größen.

Interessant ist, dass Erfahrungen leicht auseinandergehen: Einige Eltern in Foren meinen, Ralph Lauren falle relativ klein aus – sie mussten z.B. für ein 2-jähriges Kind schon Größe 3T nehmen. Das könnte daran liegen, dass US-Kleidergrößen tendenziell knapper bemessen sind, wenn man sie 1:1 mit europäischen vergleicht (ein in den USA „für 2-Jährige“ gedachtes Teil entspricht oft eher Größe 92 als 98). Insgesamt gleicht sich das aber durch die etwas weitere Passform wieder aus, sodass viele RL-Teile eben doch der erwarteten Größe entsprechen.

Für welche Kinder? Ralph Lauren Kinderkleidung kommt den meisten Figurtypen entgegen, da die Standard-Passform weder extrem schmal noch übermäßig weit ist. Durchschnittlich gebaute Kinder liegen goldrichtig – die Sachen sitzen bequem, aber nicht formlos. Schlanke Kinder können bei Bedarf auf Slim-Varianten zurückgreifen oder ggf. auch mal eine Nummer kleiner nehmen, wenn sie einen figurbetonten Sitz wünschen (z.B. bei einem Kleid). Kräftigere Kinder schätzen den klassischen, legeren Schnitt, der nicht einengt – vor allem Classic Fit-Oberteile sind auch für etwas breite Schultern geeignet​. Wenn Ihr Kind sehr klein für sein Alter ist, könnte Ralph Lauren tendenziell etwas großzügig sein; hier lohnt sich ein Blick in die Größentabelle, eventuell passt eine Toddler-Größe besser als die nominelle Altersgruppe. Umgekehrt, bei sehr großen Kindern, ist RL oft dank US-Größen im Vorteil: Die Linie geht bis Größe XL (16 Jahre ≈ 154–158 cm)​, sodass auch größere Kids noch fündig werden, falls andere Marken schon aufhören.

Jedes Label hat seine eigene Passform – ob weit oder schmal, lang oder kurz geschnitten. Eltern lernen mit der Zeit, welche Marken zu den Proportionen ihres Kindes am besten passen​.

Praktische Tipps für Eltern – So findet man die richtige Größe

Die Unterschiede bei den einzelnen Marken können einschüchternd wirken. Hier sind ein paar praktische Tipps, damit Eltern in Österreich und Deutschland die richtige Kleidergröße für ihr Kind finden – egal von welcher Marke:

  • Größentabellen nutzen: Fast jeder Hersteller bietet online eine Größentabelle an. Messen Sie Ihr Kind (Körpergröße, Brustumfang, Taillenumfang, Beinlänge) und vergleichen Sie die Werte mit der Tabelle. So erkennen Sie, ob Sie z.B. bei Jacadi lieber 12M oder 18M bestellen sollten. Gerade bei französischen Marken (Jacadi, Petit Bateau) ist das hilfreich, da dort oft Monatsgrößen angegeben sind​.
  • Auf Erfahrungswerte hören: Informieren Sie sich in Eltern-Foren oder bei Freunden über bestimmte Marken. Oft haben andere Eltern schon berichtet, welche Marken größer oder kleiner ausfallen (so wie wir es oben zusammengefasst haben). Beispiel: „H&M fällt groß aus, C&A klein“ – solche Faustregeln helfen​. Unsere Übersicht oben kann als Leitfaden dienen.
  • Bei Unsicherheit zwei Größen bestellen: Beim Online-Kauf empfiehlt es sich, im Zweifel zwei Größen zur Anprobe zu bestellen (z.B. 104 und 110) und die nicht passende zurückzuschicken. Viele Shops in Österreich und Deutschland bieten kostenlose Retouren an, was das Risiko mindert. Achten Sie aber auf die Rückgabefrist (in der EU meist 14 Tage Widerrufsrecht).
  • Doppelgrößen beachten: Marken mit Doppelgrößen (z.B. 98/104) orientieren sich an der größeren Zahl​. Ist Ihr Kind am Anfang eines Doppelgrößen-Intervalls, wird das Kleidungsstück zunächst reichlich sitzen – was okay ist, da Kinder reinwachsen. Ist es hingegen schon fast an der oberen Grenze, nehmen Sie lieber schon die nächste Doppelgröße.
  • Passform-Typ des Kindes kennen: Beobachten Sie, welche Schnitte Ihrem Kind gut passen. Hat es einen schlanken Oberkörper, aber lange Beine? Dann wissen Sie, dass Marken wie Zara (etwas kurz) eventuell problematisch sind, während H&M (länger) besser klappt. Ist Ihr Kind sehr zierlich? Dann könnten französische oder italienische Marken gut passen, während bei C&A eine Größe mehr nötig ist. Kräftige Kinder fühlen sich in weiter geschnittenen Labels wohler (z.B. H&M, Ralph Lauren Classic Fit), sehr schmale Kinder kommen mit Slim-Fit-Schnitten zurecht (Jacadi, Petit Bateau, Zara in größeren Größen).
  • Bei Babys auf Wachstumsschübe achten: Babys wachsen in Schüben. Eine Kleidung, die jetzt gerade passt, kann in einem Monat schon zu klein sein. Daher ruhig etwas auf Zuwachs kaufen. Viele Eltern greifen z.B. bei Größe 68 gleich zu 74, damit das Baby das Outfit länger tragen kann – vor allem wenn die Marke ohnehin klein ausfällt​. Ausnahme: Kleidung für besondere Anlässe genau passend besorgen, damit sie gut sitzt (aber auch hier nicht zu knapp).

Herausforderungen beim Online-Kauf

Der Online-Kauf von Kinderkleidung ist praktisch, birgt aber besondere Herausforderungen, was Größenwahl und Passform angeht:

  • Keine Anprobe möglich: Man kann die Sachen nicht direkt anprobieren oder anhalten. Bilder täuschen leicht über die Größe hinweg. Beispielsweise sieht ein Kleid auf dem Foto knielang aus, fällt aber in Wirklichkeit kürzer aus. Lösung: Produktbewertungen lesen (viele Shops zeigen Feedback wie „fällt klein aus“ an) und im Zweifel größer bestellen.
  • Marken aus dem Ausland: Bestellt man online bei einem ausländischen Shop (z.B. direkt in Frankreich oder USA), können die Größenangaben anders sein. Immer genau schauen, ob die Seite auf EU-Größen umstellt. Bei US-Größen (wie Ralph Lauren: 4T, 5, 6X etc.) unbedingt eine Umrechnungstabelle nutzen. Bei UK-Größen (z.B. „Age 3-4“) ebenso auf die cm-Angaben achten.
  • Rücksendungen organisieren: Online bekommt man schnell mehrere Größen zur Ansicht – aber das Zurückschicken kostet Zeit. Eltern sollten einplanen, unpassende Kleidung zeitnah zurückzuschicken. Pro-Tipp: Artikel, die in Österreich/Deutschland vor Ort (Filiale) gekauft wurden, lassen sich oft auch im Laden umtauschen, selbst wenn online bestellt (bei Marken mit Filialnetz wie H&M, C&A, Zara). Das spart Porto und Nerven.
  • Unterschiedliche Schnitte schwer erkennbar: Auf Produktfotos sehen Schnitte ähnlich aus. Ob eine Hose nun super-schmal oder bequem weit ist, erkennt man online oft nicht sofort. Manche Marken geben aber Hinweise: Zara etwa mit Symbolen, Ralph Lauren mit Bezeichnungen wie Classic Fit vs. Slim Fit. Nutzen Sie solche Infos, falls verfügbar, oder fragen Sie im Kundenservice nach der genauen Passform.
  • Farb- und Materialeinfluss: Dunkle Farben können optisch kleiner wirken, elastische Materialien dehnen sich mehr – solche Faktoren beeinflussen, wie ein Kleidungsstück passt. Ein Stretch-Jersey-Shirt einer Marke kann besser an ein pummeliges Kind passen als eine steife Leinenbluse derselben Größe. Lesen Sie die Materialangaben und überlegen Sie, was das für die Passform bedeutet (Elastan = dehnbar, 100% Baumwolle = eher nicht nachgebend, Wolle = kann einlaufen usw.).

Fazit: Der größte Trick beim Kinderkleiderkauf ist, das eigene Kind und die bevorzugten Marken gut kennenzulernen. Nach ein paar Einkäufen wissen Eltern meist: Welche Marke fällt wie aus? – und greifen intuitiv zur richtigen Größe. Bis es soweit ist, hilft diese Übersicht der Passform-Unterschiede beliebter Kindermarken in Österreich und Deutschland. Mit etwas Planung lassen sich teure Fehlkäufe vermeiden und die Kleinen sind weder im „Zelt“ noch im „Wurstfell“ unterwegs, sondern genau richtig gekleidet – bequem, hübsch und dem Anlass entsprechend passend. Viel Spaß beim Shoppen und Anprobieren!